Selbstverständnis

Durch den nicht nur momentan rassistischen Konsens in und außerhalb der BRD, der bis weit in die so oft als „bürgerliche Mitte“ betitelte Bevölkerung hineinreicht, sind wir als politischer Zusammenschluss der Meinung, dass eine radikale Veränderung längst fällig ist. Hierfür leisten wir klassische, antifaschistische Arbeit, die sich in Öffentlichkeitsarbeit und theoretischen Diskussionen gliedert und einer ständigen Selbstreflexion bedarf. Wir grenzen uns hierbei kompromisslos von den bestehenden rassistischen Strukturen und all jenen ab, die diese bewusst oder unbewusst reproduzieren.

Die offensichtlich menschenunwürdigen Zustände, auf denen die westliche Gesellschaft durch Ausbeutung ihren Wohlstand aufbaut, resultieren dabei unter anderem aus den kapitalistischen Grundprinzipien, die – weltweit – Wirtschaft und Leben bestimmen. Das Mindeste sollte es sein, sich seine Privilegien vor Augen zu führen. Um ein schönes Leben für alle zu erreichen, muss der Kapitalismus als Ursache des Leidens identifiziert und bekämpft werden.

Rassistische Denk- und Verhaltensmechanismen durchziehen oft unreflektiert die gesamte Gesellschaft und werden (von der BRD) nicht nur hingenommen und marginalisiert, sondern teilweise sogar staatlich unterstützt. Racial Profiling, Morde durch Polizeibeamte ohne Konsequenzen oder der NSU; die Beispiele reihen sich aneinander.

Auch von Sexismus und gesellschaftlich fest verankerten sexistischen Grundstrukturen grenzen wir uns konsequent ab. Sexismus durchzieht im Patriarchat die gesamte Gesellschaft und reproduziert dabei ein reaktionäres Frauenbild. Weniger Gehalt bei gleicher Arbeit, Rape-Culture und die Frau als vermeintlich schwaches Geschlecht sind nur wenige Beispiele mit denen Frauen weltweit – auch hier in der BRD – konfrontiert werden. Diese bestehenden Ungleichheitsverhältnisse gilt es zu überwinden und macht den intersektionellen Feminismus zum bedingungslosen Bestandteil von antifaschistischer Arbeit. Wir sind uns bewusst, dass Sexismus und Mackertum auch in der linken Szene existieren. Darauf haben wir keinen Bock! Deshalb versuchen wir uns und andere dementsprechend zu sensibilisieren.

Antisemitismus ist leider weiterhin ein Teil der Gesellschaft, doch rückte der Fokus auf diesen, trotz der massiven Anwesenheit, bedauerlicherweise in den Hintergrund. Grade wegen der Geschichte der BRD gilt es den Antisemitismus in all seinen Formen zu bekämpfen und deutlich zu verurteilen. Es ist und bleibt notwendig radikal gegen diese Art von Faschismus vorzugehen – jegliche antisemitische Strukturen gehören zerschlagen!

Solange Kapitalismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie und Antisemitismus Bestandteil unserer Welt sind, wollen wir nicht tatenlos verharren. Wir kämpfen für eine klassenlose Gesellschaft und die Überwindung sozialer Ungleichheit. Ziel ist es, das System zum gerechteren zu wenden. Dies veranlasst uns dazu, unsere politische Arbeit als einen radikalen Vorstoß zu konzipieren.

 

Für ein Leben, das nicht durch Armut und Ausgrenzung bestimmt wird.

Nieder mit dem Kapitalismus und seinen menschenunwürdigen Auswüchsen.

Für den Kommunismus!

 

Antifa L Hannover, Juni 2019